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Anhang. A Thore, B Berchfrite, C Brücken. A Thore. Alt-Wismar-Thor: Johannes Cocus custos porte Antique Wismarie . . . pro palude que jacet ante portam Wismarie Antique apud fossatam 1278 (M. U.-B. 1458). valva A. W. um 1290 (B 88). porta Wismer 1287 (B 139). valva Wismariensis 1393 (Zb. I f. 197r). Das alte Thor ward 1813, Aug. 30, von den Franzosen eingeäschert. (Crain) Wismars Schicksale S. 27. Francke, Mecklenburgs Noth u. Kampf S. 269 f. curia sita ultra moor extra valvam Hardighes 1316 (Schröder A. B. 1320). einzige Anführung; nicht zu bestimmen. Haroldi valva s. Pöler Thor. Helleporte s. Gr. Wasser-Thor. von der Heringspforten, vor welcher ao. 1413 ein holtzhof gewesen . . (Schröder A. B. 1320). Wohl in der Gegend des Heringhauses zu suchen, also beim Einflusse der Grube dem Wasser-Thurme zu. porta vulgariter dicta Herinkporte 1414 (Lübeker Urkb. V, S. 526). via trans foveam advocati ad portandum wordinge juxta portam Cancri 1327 (M. U.-B. 4831). Vielleicht das Neue Thor. Krevets-Straße kann nichts damit zu thun haben. Lübsches Thor: porta Lubicensis 1284 (B 111), valva L. um 1300 (A 41). Im Jahre 1456 bewohnt (chronistische Aufzeichnung, Einlage zu Schröder A. B. 1402). pons ante valvam L. 1330 (M. U.-B. 5143). Der an Stelle des 1699 durch die Explosion der benachbarten Pulverthürme vernichteten ansehnlichen Thors (Schröder, Kurtze Beschreibung S. 647, Neudruck S. 616. Vgl. auch die älteren Stadtansichten) errichtete Durchgang ward im Jahre 1869 abgebrochen. Meklenburger Thor: valva Magnipolensis 1272 (A 79), v. Mekelburg 1273 (B 7), porta Mekelenburgh im letzten Viertel des 13. Jahrhs. (M. U.-B. 1264). velbr[uslash]gge Magnopolensis valve 1330 (M. U.-B. 5143). Im Jahre 1483 und 1489 wird dat nige doer vorme Mekelenborger dore urkundlich erwähnt, nach alten Abbildungen ein thurmartiger Bau. Zum Jahre 1602 schreibt Friedr. Gerschow: weil . . . wohl 5 thore hinter einander, dass man den thorwechter [von außen her] nicht erwecken möge. Jahrb. 58, S. 87. Das neue am Ausgange der Dankwarts-Straße errichtete Thor hatte die Inschrift: nos tegIt eXCeLsVs nos serVat DeXtra IehoVa et portas fIrMat roborat atqVe seras, wonach es im Jahre 1693 erbaut ist (Schröder A. B. 1320). Dagegen bietet eine andere noch erhaltene Inschrifttafel 1688. Dies Thor ist im Jahre 1869 gefallen, die letzten Reste des alten (am Ausgange der Meklenburger Straße) im Jahre 1894. valva Monachorum 1307 (M. U.-B. 4415 n.), wirtt ao. 1316 in einer schrifft gedacht nach dem Webercamp (Stbchauszug Elmhoffs), zuletzt 1339 (M. U.-B. 4415 n. 2312 n). Wohl die Windpforte. Neues Thor: nova valva 1450 (geistl. Stbchschr. f. 56r). Wenn Schröder (A. B. 1320) von einem neuen Stadtthor in der Breiten-Straße . . . 1440 zu berichten weiß, so hat er wahrscheinlich einen Irrthum in eben diese Schrift hineingetragen, vorm nien dhore 1498 (ebd. f. 73r). Ausgangs der Breiten-Straße. Vgl. Krevets-Thor. Die Windpforte gieng im letzten Jahrh. unter demselben Namen. Pöler Thor: porta Haroldi bald nach 1250 (M. U.-B. 652), p. Hadheleri Haroldes 1273 (B 11), domus frumenti . . . apud molendinum prope Haroldes dore 1276 (B 109), granarium et horreum . . . inter portam Haroldi et molendinum 1291 (B 170), valva Haroldi um 1300 (A 42). propugnaculum pontis ante valvam Haroldi 1327 (M. U.-B. 4831). Noch 1359 (M. U.-B. 8643) nach Schröder (A. B. 1319) noch 1412. valva Polensis 1388 (geistl. Stbchschr. f. 17r). Abgebrochen 1870. dat nighe dore vor deme Polre dore vor der velbrugghe ward 1498 erbaut, nachdem lange vorher die Fundamente dazu gelegt waren (Kopmans Chronik, Jahrb. 47, S. 80). Valva fabrorum: hereditas in pl. fabrorum super acie qua itur ad valvam fabrorum 1319 (Schröder A. B. 1320). ager situs super Weverkamp ante valvam fabrorum 1323 (ebd.). Zuletzt 1342 (M.U.-B. 6195). Etwa, wo jetzt die Berg-Straße ausmündet. Vgl. unter Schatterau. (Wasser-Thor): porta aque in ponte Stephani 1327 (M. U.-B. 4831). ad ampliandum propugnaculum waterporte 1330 (M. U.-B. 5143). pratum extra valvas aquarum 1392 (geistl. Stbchschr. f. 18r). Nicht bestimmbar, vielleicht allerdings das Gr. Wasserthor. buten deme waterdore 1465 (Lottregister) wird auf das Neue Thor zu beziehen sein. Vgl. S. 114. Großes Wasserthor: Helleporte 1408 (geistl. Stbchschr. f. 25v) und wiederholt im 15. Jahrh., in Abschriften des 16. Jahrh. auch Hellenporte und Helporte (Jahrb. 55, S. 97). im Ger. Inv. f. 236r vor der hellen dor (1541). Hellepfort vel potius Hillenpfort (A. Stb unter Berufung auf eine Schrift vom Jahre 1617). Das dem Thore in den 70er Jahren des 19. Jahrh. zugedachte Schicksal, abgebrochen zu werden, ist glücklicher Weise abgewendet worden. Es ist das einzige erhaltene Thorgebäude. Wenn der Name nicht durch Volksetymologie corrumpirt ist, wird er als Höllenpforte zu deuten sein. Vgl. unter Hillen-Brücke (S. 113 f.). Windpforte. Vgl. valva monachorum und Wind-Straße. Geöffnet im Jahre 1851. Auch Neues Thor genannt.
Ein Verzeichnis derer, die im Jahre 1469 die Schlüssel zu den Thoren und Pforten in Verwahrung hatten, zählt der Reihe nach folgende Thore und Pforten auf. Abweichungen eines der Zeit nach nahestehenden undatierten (nach 1473) gleichartigen Verzeichnisses in der andern Kolumne.
Aller guten Dinge sind drei, und so ist noch ein drittes gleichzeitiges Verzeichnis in einem Rechnungsbuche erhalten, von dem ich das Wesentliche mittheile. Dies geht aber in anderer Richtung, to der Helleporten. - to der porten negest dem stenhave. - to der porten 2) Oldendorpes doren. - to den II porten tusken den welfte unde den molenstene. - neg[est] den welffte to dem molensteyne ward. - to den waterporten. - to dem Nien dore. - to dem hecke up [der] vulen groven. - to der porten achter den holthave negest den Lub[schen] dore. - to den Lub[schen] dore. - to den Mekelnborger [dore]. - to dem Olden Wisserdore. - vor den Poller dore.
B berchvrede. item. I berchfrede, dor
want de prame swen inne.
Dies Verzeichnis wird um 1470 angesetzt werden können. Es beginnt zwischen dem Alt-Wismarthore und der Windpforte und geht rechts herum in der Richtung auf das Meklenburger Thor zu. Da auf dem Merianschen Plane nach den Beobachtungen, die Dr. Crull noch an der Stadtmauer machen konnte, die Berchfrite zwischen dem Pöler- und dem Alt-Wismarthore annähernd genau verzeichnet sind, so würde, wenn wir Vlege auf ein Vorwerk vor das Pölerthor setzen, der Kuhhirt auf das zunächst vor dem A.-Wismar-Thore liegende Berchfrit kommen und, da dies Thor nicht verzeichnet ist, das erste Bfr. der noch stehende Gefangenthurm sein. Das Schmiedehäuschen muß in der Gegend des Ausgangs der Bergstraße gesucht werden (vgl. unter Schatterau*). Das Folgende ist unkontrollierbar. Wilken Haker jedoch hatte aller Wahrscheinlichkeit nach das Bfr. beim jetzigen Meklenburger Thore inne (vgl. Hakerstrate). Das 20. Bfr. ist bestimmt. Das Thor zwischen dem 22. und 23. Bfr. wird das Neue Thor sein. Das Gr. Wasserthor ist übergangen, wie die meisten Hauptthore. Die Vertheilung der Bfr. auf die Strecken zwischen den Thoren scheint also ziemlich gleichmäßig gewesen zu sein und nur der von Natur stärkste Teil zwischen Alt-Wismar-Thor und Klosterkirche etwa minder befestigt gewesen zu sein. Eine Auszählung in Anhalt des Merianschen Plans (der an der eben erwähnten Stelle durchaus phantastisch ist) ist nicht möglich. Schröder (K. B. 274) weiß nur von 28 Weichhäusern. Das propugnaculum pontis ante valvam Haroldi (1327, M. U.-B. 4831) gehört nicht in die Reihe und das 1408 vor dem Alt-Wismarthore urkundlich bezeugte berchvrit ist gemäß einer andern Anführung die Kritzower-Burg.
*) Dazu stimmt auch eine chronistische Aufzeichnung über den im Jahre 1452 ausgebrochenen großen Brand vor dem olde Wismarschen dore (d. h. binnen der Stadt). "in dem schmedehüseken uppe der muhren hadde eine herdsche, de darinne wahnde, dragen eine molde vol asche uppe den bohne" u. s. w. "unde brende um manniges bruwhuß wente bey der heren stall dale" u. s. w. (Einlage zu Schröder A. B. 1373.) Ein noch etwas früheres Zeugnis über die Ausnutzung der Berchfrite zu Wohnzwecken bietet das Ger. Inv. f. 31r für das Jahr [1448]. Vgl. unter den Straßennamen rackemur.
C Die Brücken. Da die Daten meist bei den Straßennamen gegeben sind, genügt eine Übersicht mit Verweisung. Sicher bestimmt oder bestimmbar sind, wenn wir die Grube abwärts gehen: die Schweinsbrücke (s. da, zuerst im Jahre 1400), die rothe Brücke, das Brückchen vor der Rosmarin-Straße (s. da, Name aus Schröders Zeit?), die Wagebrücke (bei der Bor-Straße, zuerst 1322), Radolfs-Brücke (um 1290, s. da, auch unter Ziegenmarkt), später Breite Brücke benannt (s. Ziegenmarkt, zuerst 1435). Die Wippe-Brücke (s. Wippe) außerhalb der Stadt ist mir im Ma. nicht vorgekommen. Die Steffens-Brücke (porta aque in ponte Stephani 1327, M. U.-B. 4831) schwebt für uns ziemlich in der Luft. Fallbrücken sind 1327 oder 1330 vor dem Pölerthor, dem Meklenburger- und Lübschen-Thor bezeugt. Wegen der Hillen-Brücke aber vernothwendigt sich noch eine längere Auseinandersetzung. Die ältesten Belege, soweit sie sich auf Grundstücke innerhalb der Stadt beziehen, sind auf S. 92 mitgeteilt. Außerdem prata ante Hillenbrugge 1328 (M. U.-B. 4922, S. 543); sortes sunt . . . extra Hillenbrůgghe VII 1345 (M. U.-B. 6525). Da die Witwe eines Bürgers Hille für das Jahr 1281 als auf dem Spiegelberge wohnhaft bezeugt ist (B 41) und das Große Wasserthor namentlich im 15. Jahrh. (zuerst 1408) Helleporte heißt, so war es zu verlockend dies zu kombinieren, als daß man dem Reize hätte widerstehen können (Crain, Beiträge S. 13), und auch ich bin bis vor kurzem des Glaubens gewesen, daß das richtig sein werde. Indessen überwiegen die aus der Sache entspringenden Bedenken. Thor und Brücke wollen sich nicht räumlich vereinigen lassen, und nur in der Verzweiflung kann man sich entschließen anzunehmen, daß das Thor erst nach dem Eingehn der etwa an seiner Stelle gelegen gewesenen Brücke erbaut und benannt sei. Ist nun aus diesem Grunde einerseits die Lage der Hillen-Brücke Ausgangs des Spiegelbergs unwahrscheinlich, so kann sie andererseits nicht über die Grube geführt haben, was schon wegen jener von Schröder glücklicherweise angeführten Straße unmöglich ist. Während aber die Hauptbrücken über die Grube alle ihre festen Namen haben, vermissen wir den einer Brücke über die Salze Grube (jetzt Fischerreihe und Breite Straße). Man kann allerdings über deren untern Lauf zweifeln, ob sie geradeaus in der Richtung der Straße gegangen sei, oder sich über den Ziegenmarkt erstreckend, sich mit der Runden Grube vereinigt habe. Wahrscheinlicher jedoch ist die erste Annahme, indem im andern Falle die Grube kaum salzig gewesen wäre und schwerlich die Harolds-Brücke (später die Breite Brücke) Platz gefunden hätte. Hatte aber die Salze Grube die angenommene Richtung, so kann eine Brücke darüber in der Gegend der Neustadt nicht gut gefehlt haben, selbst wenn diese in ihrem untern Teile wirklich Grube gewesen sein sollte, als welche sie genannt wird. (Vgl. Crull, Jahrb. 41, S. 139 Anm.) Auf diese Brücke würde dann der in Frage stehende Name zu beziehen sein, die Straße aber, die sie und die Radolfs-Brücke verband, für den Ziegenmarkt gebucht werden müssen. Hierzu stimmt gut, daß ziemlich gleichzeitig die Namen Salze Grube und Hillen-Brücke verschwinden, daß, seit die Salze Grube Breite Straße heißt, die Brücke nicht mehr erwähnt wird. Die Herrenlötte vor der Hillen Brücke, die ersichtlich dieselben sind, die 1465 buten deme waterdore achten nettestaken, im 16. Jahrh. (1538. 1542. 1546. 1555) aber kurzweg nettestaken benannt werden, würden auf der Koppel gelegen gewesen sein müssen, wo noch heutzutage die Fischer ihre Netze trocknen und in Stand setzen. Gegen die irre führende Combination endlich mit Hille auf dem Spiegelberge und der Hellenporte wäre noch der Einwand zu erheben, daß alle alten Zeugnisse übereinstimmend Helleporte oder Hellenporte oder Helporte geben und einzig aus dem Jahre 1617 im Alten Stadtbuche Hillenpforte überliefert ist. Und dieser Einwand ist, dünkt mich, auch nicht ungewichtig.
Berichtigung: Die Knochenhauer-Straße (pl. carnificum) ist zu streichen. Es handelt sich a. a. O. augenscheinlich um die Fleischhauer-Straße in Lübeck. |
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