Liebe Kalenderfreunde,
nach dem zehnten, dem Jubiläumskalender des vergangenen
Jahres, beginnen wir mit diesem
WISMARER WOCHENKALENDER 2006 ein neues Dezennium, das wieder – so hoffen wir –
mit zahlreichen
Höhepunkten und so manchen Überraschungen aufwarten kann. Immerhin könnte in den
nächsten Jahren die
Holzstadt im Hafen nach und nach ihre Konturen annehmen und ihre Ausstrahlung
bis weit über Wismars Grenzen
hinaus entfalten. Sie ist ein Beispiel dafür, wie aus Geschichte Zukunft werden
kann, wenn man die Leistungen und
die Schöpferkraft unserer Altvorderen zu würdigen weiß und aus ihnen jene Ideen
entwickelt, von denen künftige
Generationen noch lange zehren können.
Genau dafür haben wir Kalendermacher uns bislang immer eingesetzt. Und so
berichten wir auch im
WISMARER WOCHENKALENDER 2006 wieder über die Zeugnisse und Zeugen der
Vergangenheit, die die Kraft oder
das Glück hatten, das Auf und Ab der Geschichte bis heute zu überstehen, seien
es jene von internationalem Rang wie
das Stammhaus der KARSTADT Warenhaus AG oder jene, die nur mit immer wieder
neuem persönlichen Engagement
der Bürger existieren, wie etwa die Niederdeutsche Bühne Wismar. Erneut können
wir einmalige Bilddokumente zeigen,
die uns Kalenderfreunde aus nah und fern zur Verfügung stellten. Wir sind für
Sie historisch im Turnerweg unterwegs,
in der Lübschen Straße, am Bahnhof oder in der Dankwartstraße, vor den Toren der
Altstadt, sogar in der Luft und
erstmals in der Heide und immer wieder dort, wo Wismar seinen Ursprung hat, im
Hafen.
Zu unserem Titelbild
Aus der langen Geschichte des Schabbellhauses Ecke Schweinsbrücke/Frische Grube
hatten wir bereits in der
48. Woche unseres Wochenkalenders auf das Jahr 2003 berichtet. Dass diese
architektonische Kostbarkeit, seit
30. Juni 1979 Stadtgeschichtliches Museum, viele Jahre auch profaner
Geselligkeit diente und ein Musentempel für
Liebhaber edlen Gerstensaftes war, veranschaulicht das Foto in dieser
Vergrößerung noch besonders.
Die Souvenirjäger von heute werden vor Neid erblassen, wenn sie die
Aufzeichnungen zu Ende lesen, die der
unverwüstliche Chronist Gustav Willgeroth, den wir des Öfteren aus seinem Werk
„Bilder aus Wismars Vergangenheit“
zitieren, in seinem kürzlich wieder aufgelegten Bändchen „Notizen zur Geschichte
Wismars“ über dieses vortreffliche
Etablissement gemacht hat.
Er schrieb: „In der Koch’schen Brauerei – dem ehemaligen Wohnhause des
Bürgermeisters Schabbell – wurde 1907
eine altdeutsche Bierstube eingerichtet. Das Haus enthält noch manches, das aus
der ersten Einrichtung des Baues
stammt, mithin auf ein Alter von rund 340 Jahren zurückblickt. Dahin gehören die
alte Wendeltreppe, die vom Keller
zum obersten Boden führt, ein Fenster mit Bleiverglasung und Fensterbrüstung mit
Renaissance-Verzierung; in der
Gaststube die Decke und die Renaissance-Türverkleidung. Die Einrichtung der
Gastzimmer weist unter anderem
zahlreiche alte Zinnsachen sowie eine Anzahl wertvoller Kupferstiche auf.“