Die Villa Turnerweg 10 präsentiert sich mit einem gepflegten
Garten, der das Haus wie ein Passepartout umrahmt. Sie
bezeugt, wie kaum ein anderes Haus, das segensreiche Wirken der katholischen
Kirche in den letzten 100 Jahren in
Wismar. 1916 von ihr erworben, richteten katholische Schwestern dort 1917 ein
Kinderheim ein, bis sie die Nazis, die
das Monopol der Kindererziehung für sich beanspruchten, am 21. Juli 1939 mit
Polizeigewalt aus dem Haus trieben.
Johannes Schneider, Pfarrer von St. Laurentius, und seine Gemeinde sorgten für
ihre Unterkunft. Erst nachdem dort
britische und russische Soldaten unmittelbar nach Kriegsende logiert hatten,
kamen sie im Juli 1945 zurück. Bis in die
1960er-Jahre bestand das Kinderheim, das 1970 dann Alten- und Pflegeheim wurde.
Nach der Wende saniert, ist das
Gebäude heute Gemeindehaus und Anlaufstelle für Sozialverbände.