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| | 2004 Woche 37

„Je
öller de Frugenslüd warden, je säutmüliger warden sei“ – ja, auch in Wismar gab
es einen tüchtigen Konditor, der
es verstand, Reuters Lebensweisheit in klingende Münze zu verwandeln. Gemeint
ist Ludwig Greve, der in der Lübschen
Straße 40 (heute 38) 1901 die Konditorei von Paul Schäfer übernahm. Mit
feinem Gespür für die süßen Träume seiner
Kunden und immer neuen Kreationen aus Zucker und Schokolade baute er die Firma
zur „Schokoladen-, Kakao- und
Konfitüren-Fabrik“ mit Café im Obergeschoss aus, die weithin einen
ausgezeichneten Ruf genoss und ihm den begehrten
Titel „Hofkonditor“ einbrachte. Bis 1914 war sie mit ihrem großen Angebot von
Brot und Brötchen, Plätzchen und
Torten, Katzenzungen und Napolitains, Croquettes und Konfitüren, Pralinen
und Schokoladen aller Art ein Mekka für die
„Säutmüligen“ aller Altersklassen. Die Rohstoffknappheit des I. Weltkrieges
leitete dann das Ende der Firma ein, für die
trotz aller Bemühungen, nach Kriegsende und Inflation wieder Fuß zu fassen, 1929
in der Weltwirtschaftskrise das Aus
kam. Greves Nachfolger war bis 1938 Bäcker Meurer. Dann zog dort Herr Schuldes
mit seinem Elektrogeschäft ein.
Heute finden wir in diesem Haus die Firma Foto-Volster.
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