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Wismar gehörte zu den ersten Orten in Mecklenburg, die nach dem
II. Weltkrieg ein Jubiläum begingen. 1954, als
die Stadt ihr 725-jähriges Bestehen feierte, war man noch dabei, die Trümmer der
braunen Diktatur zu beseitigen.
Der wirtschaftliche Wiederaufbau zeigte erste Blüten – die 1946 gegründete
Schiffswerft und die weithin sichtbare
Kabelkrananlage. So widerspiegelte der Festzug nicht nur die Ambitionen des neu
entstandenen Staatswesens, sondern
auch die Sehnsucht der Menschen nach Wohlstand und Glück. Am Festwagen der
jungen HO-Industriewaren, den der
Fotograf in Höhe Löwen-Apotheke erwischt hat, lesen wir: „Ganz Deutschland soll
zu einer Macht des Friedens und der
Arbeit, der Demokratie und des Fortschritts werden“. Ja, damals träumte man
hierzulande noch vom geeinten Vaterland.
Das Schiffsmodell im Wappen und die Trachtenpaare auf dem Spruchband verbanden
Tradition und Zukunft, ebenso
wie Ernst Boldt, der Wismar nach alter Sitte plattdeutsch gratulierte:
Wi will’n de Glückwünsch’ hüt nich sporen:
stah fast noch Hunnerte von Johren!
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