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| | 2004 Woche 2

Wir verlassen den
„Alten Schweden“ und begeben uns auf den abendlichen Marktplatz, wo der Schnee
sein weißes
Tuch über die Wasserkunst gebreitet hat. Wer gerät beim Anblick dieses
architektonischen Kleinods nicht ins
Schwärmen? „Alles aber verblasst vor dem zierlich-schwungvollen Renaissancebau
der Wasserkunst, der Zentrale der im
sechzehnten Jahrhundert von den Metelsdorfer Quellen in die Stadt geführten
Wasserleitung“, schrieb Edmund
Schroeder begeistert. Schon ab 1571 wurde hier Quellwasser über ein städtisches
Röhrensystem verteilt. Bis 1897
diente dann der 1580 bis 1602 errichtete Zweckbau der Wasserversorgung, nachdem
er noch 1861 eine stützende
„Bauchbinde“ erhielt. Die Wismarer allerdings hatten sich lange damit schwer
getan. Anfang des 19. Jahrhunderts
nannten sie den prächtigen Rundbau verächtlich einen „ziemlich geschmacklosen
Tempel“ und um 1920 herum wollten
sie ihn gar zu einer Bedürfnisanstalt degradieren. Glücklicherweise haben sich
die Schildbürger nicht durchgesetzt,
sodass wir die Wasserkunst mit ihren kostbaren Kunstschmiedearbeiten und den
zwölf Hermen, die die geschwungene
Kupferhaube mit ihrer sechseckigen Laterne tragen, heute noch bewundern können. |